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Wenn Futter nicht vertragen wird

Vertragen Hunde oder Katzen ihr Futter nicht, stellt dies sowohl das Tier als auch den Tierhalter vor einige Probleme. Während dem betroffenen Vierbeiner teilweise ausgeprägte Reaktionen der Haut und des Magen-Darm-Trakts zu schaffen machen, sind vom Besitzer Geduld, Ausdauer und Konsequenz gefragt, um die zugrundeliegende unverträgliche Futterkomponente herauszufinden und abzustellen.

Ursache finden

Doch wie findet man heraus, wodurch die Haut- und Darmprobleme des Lieblings wirklich hervorgerufen werden? Denn neben einer tatsächlichen Unverträglichkeit bestimmter Futterbestandteile mit Beteiligung des Immunsystems (der sogenannten „Allergie“ auf Futtermittel) gibt es zahlreiche andere Ursachen, die Symptome im Haut- und Darmbereich bewirken.

So können beispielsweise Parasiten auf der Haut oder im Darm, Dysbakterie im Dünn- bzw. Dickdarm, Reaktion auf Umweltallergene (wie Hausstaubmilben oder Pollen) oder verschiedene Hormonerkrankungen ursächlich für ein ähnliches klinisches Bild sein. Und nicht vergessen darf man den Blick auf die Futterzusammenstellung. Denn hier kann bereits eine leicht abstellbare Ursache für Verdauungsprobleme vorliegen.


Histaminreiche Futtermittel wie Rindfleisch, Käse, Tomaten & Spinat können beispielsweise die Durchlässigkeit des Darmes erhöhen oder Schimmelpilze/Bakterien im Futter toxikologische Wirkungen entfalten. Es gibt auch Futtermittel, die der Organismus nicht umsetzen kann, weil er nicht oder in nicht ausreichendem Maße über die dazu notwendigen Enzyme verfügt (Laktose in Milchprodukten). Bei BARF- oder Koch-Rationen können ein hoher Innereiengehalt, Schlundfütterung, Knochenfütterung oder die Gabe großer Mengen an Hülsenfrüchten, Kohlsorten oder auch Kauartikeln die Verdaulichkeit herabsetzen und zu Problemen führen. Zudem können bestimmte Öle wie Nachtkerzen- oder Schwarzkümmelöl in zu hoher Menge bei empfindlichen Tieren reizend auf den Darm wirken. Und natürlich wird jedes Öl bei zu langer Lagerung ranzig und kann damit Problemverursacher sein. Auch Futterzusätze wie z.B. Kräuter sollten unter die Lupe genommen werden.

Bei empfindlichen Tieren sollte zudem unbedingt die Fütterungstechnik betrachtet werden. Denn eine mangelnde Napfhygiene, zu kaltes Futter, zu großer Abstand zwischen den Mahlzeiten sowie plötzlicher Futterwechsel können bereits Probleme hervorrufen.

Es gilt also unbedingt im ersten Schritt „messbare“ Ursachen wie Floh-/Wurmbefall mittels Haut-/Kotuntersuchung, Hormonerkrankungen über eine Blutuntersuchung etc. auszuschließen, dann die aktuelle Futterzusammenstellung und Fütterungstechnik zu analysieren und mögliche Ursachen abzustellen, bevor man am Ende die Verdachtsdiagnose einer Futtermittelunverträglichkeit mittels Ausschlussdiät ausschließen oder bestätigen kann.

Gereizte Stimmung

Eine Unverträglichkeit bestimmter Futterbestandteile äußert sich vor allem über Symptome des Magen-Darm-Trakts und der Haut.
Augenfälligstes Anzeichen ist oftmals, dass sich die Tiere, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit, lecken, beißen, kratzen und sich davon auch nicht durch eine leckere Mahlzeit, ein fröhliches Spiel oder einen ausgiebigen Spaziergang abhalten lassen. Vorrangig betroffen sind die Körperunterseite (Achseln, Bauch, Leiste), die Ohren und die Pfoten. Manche Tiere sind aber auch am ganzen Körper betroffen. Die Folgen bleiben nicht aus: An den beharrlich „bearbeiteten“ Körperpartien zeigen sich kahle Stellen, Rötungen und eine Dunkelfärbung der Haut, in fortgeschrittenen Fällen kommen bakterielle Sekundärinfektionen hinzu. Weitere alarmierende Anzeichen sind wiederholt auftretende Probleme der Augen, Ohren und Analbeutel.

Bei Beteiligung des Darmes setzen die Tiere vermehrt weichen Kot ab, der typischerweise von einer „Schleimhülle“ überzogen ist.

Betroffene Tiere müssen nicht zwingendermaßen Haut- und Darmreaktionen gleichzeitig zeigen. Es ist auch möglich, dass nur eines der beiden Organsysteme in Mitleidenschaft gezogen ist.



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Was ist zu tun

Ist die Futtermittelunverträglichkeit festgestellt, gibt es eine einzige erfolgversprechende Vorgehensweise: Es gilt, den Futtermittelbestandteil herauszufinden, der für die Reaktion verantwortlich ist und ihn aus der Ration zu eliminieren. Dies gelingt mithilfe einer Ausschlussdiät oder auch Eliminationsdiät:

Im ersten Schritt reduziert man die Anzahl der gefütterten Komponenten auf ein Minimum, d.h., man füttert eine dem Tier bisher unbekannte Proteinquelle und eine gut gekochte, ebenfalls unbekannte Kohlenhydratquelle (z.B. Pferdefleisch & Kartoffeln). Entscheidend ist, dass der Hund oder die Katze die jeweilige Eiweiß- und Kohlenhydratquelle vorher noch nie oder zumindest schon seit Langem nicht mehr im Futternapf vorgefunden hat und demgemäß eine Überreaktion darauf unwahrscheinlich ist. Bei Fleisch wird deshalb häufig auf Pferd, Känguru, Reh/Hirsch oder Strauß zurückgegriffen, bei Kohlenhydraten auf Kartoffeln, Süßkartoffeln, Hirse oder Pseudogetreide wie Quinoa oder Amaranth. Du kannst bereits in dieser Phase bei Bedarf Leckerchen geben. Hierbei ganz wichtig: Während der Ausschlussfütterung dürfen nur solche Leckerlis gegeben werden, die von der gleichen Tierart stammen wie das bei der Rationserstellung verwendete Fleisch. Bei einer Pferdefleisch-Diät würden sich also beispielsweise Kauartikel aus getrocknetem Pferdefleisch anbieten.

Im zweiten Schritt wird nach spätestens 8 Wochen (bei Welpen bis zum 12. Lebensmonat schon nach 14 Tagen!) für die bedarfsdeckende Versorgung mit den erforderlichen Mineralstoffen und Vitaminen ein passender Futterzusatz ausgewählt. Dieser sollte für Allergiker geeignet sein (z.B. Vitamin Optimix Sensitive für erwachsene Hunde, Vitamin Optimix Puppy & Junior für Hundewelpen bzw. Vitamin Optimix Feline für Katzen & Katzenwelpen).

Im dritten Schritt kannst du nun - ausgehend von dieser Basisration aus Fleisch, gekochter Kohlenhydratquelle und Mineralstoff-Vitamin-Pulver - Woche für Woche je eine weitere Rationskomponente hinsichtlich der Verträglichkeit für deinen Vierbeiner testen. Zeigt er darauf keine Reaktion, kann das Futtermittel beibehalten werden, treten dagegen erneut Symptome auf, sollte man in Zukunft auf diese Zutat besser verzichten.


Im 3. Schritt empfiehlt sich zur Vervollständigung der Fütterung folgende Reihenfolge (immer mit 1 Woche Abstand pro Futtermittel):

  • Für die bedarfsdeckende Versorgung mit essenziellen Fettsäuren Lachsöl oder Algenöl, da diese Öle die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA enthalten, welche bei Hunden und Katzen essenziell für eine normale Haut- und Fellfunktion sind.
  • b) Darauf folgend eine Linolsäurequelle, wie z.B. Distel-, Maiskeim-, Hanf- ODER Sonnenblumenöl. Hat dein Tier vor allem Hautsymptome, kann es sinnvoll sein, die dreifache Menge der notwendigen Fettsäuren zu ergänzen.
  • c) Fütterung von Ballaststoffen: Diese kann man durch nur eine (!) Obst- oder Gemüsesorte ergänzen oder aber durch die Zugabe entsprechender geschmacksneutraler Pulver (z.B. Zellulosepulver).

Auf diese Weise kannst du Woche für Woche weitere Zutaten austesten, d.h., du kannst bei guter Verträglichkeit der Grundration weitere Obst-/Gemüse- & Ölsorten testen. 

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, der entscheidend für den Erfolg sein kann: Beziehe unbedingt den Umkreis deines Tieres mit ein, d.h. informiere Familienmitglieder und auch Nachbarn, dass dein Liebling auf gar keinen Fall anderes Futter als seine Diät erhalten darf und achte auch beim Spazierengehen darauf, dass dein Hund keinerlei anderes Futter erwischt. Denn dies verfälscht das Ergebnis und ist unter Umständen der Grund für einen Misserfolg.

Übrigens: Eine Unverträglichkeit gilt erst als gesichert, wenn nach Abklingen aller Symptome das ursprüngliche Futter noch einmal angeboten wird (Schritt 4: Provokationsprobe) und sich daraufhin die zuvor beobachten Probleme innerhalb von 14 Tagen erneut einstellen.


Wie geht’s weiter

Bei richtiger Zusammensetzung der Fütterung und strikter Einhaltung der oben genannten Kriterien sollten die Symptome rasch abklingen. Da die Zellen der Darmschleimhaut eine hohe Regenerationsfähigkeit haben, bessern sich Darmprobleme oftmals schon nach einigen Tagen. Bis die entzündlichen Veränderungen der Haut samt Juckreiz abgeklungen sind, braucht es dagegen manchmal einige Wochen. Stellt sich jedoch auch nach mehreren Wochen der speziellen Fütterung keine Besserung ein, dann sollte die Wahl der Fleisch- und Kohlenhydratquelle überdacht und möglicherweise noch einmal umgestellt werden sowie gegebenenfalls zusammen mit dem Haustierarzt nach weiteren Ursachen wie eine Umweltallergie oder bislang unentdecktem Parasitenbefall geforscht werden.

Bist du unsicher, welche Futtermengen du verwenden sollst? Oder benötigst du Hilfe bei der Auswahl der Protein- und Kohlenhydratquelle? Wir helfen dir mit unserer individuellen Ernährungsberatung gerne weiter bei der Erstellung eines bedarfsgerechten Futterplans. Zusätzliche Informationen findest du zudem in unseren Futterplänen.

Wir wünschen dir viel Durchhaltevermögen. Dein Liebling wird dir deine Geduld, Ausdauer und Konsequenz in jedem Fall danken!



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